Kategorie: Allgemein

  • Himmer geht

    Heinrich Himmer legte überraschend und vorzeitig Ende Juni sein Amt als Wiener Bildungsdirektor nieder, um bei der Nationalratswahl für die SPÖ zu kandidieren. Ursprünglich hatte er angekündigt, bis zur Wahl an der Spitze der Bildungsdirektion zu bleiben. Diese unerwartete Änderung wirft Fragen über seine Prioritäten auf und lässt Zweifel an der Stabilität der Wiener Bildungsbehörde aufkommen. Himmer, der seit 2017 die Bildungsdirektion leitete und zuvor als Präsident des Stadtschulrats tätig war, hat in dieser Position wesentliche Aufgaben übernommen.

    Sein vorzeitiger Rücktritt hinterlässt bisher eine Vakanz, die möglicherweise zu Herausforderungen in der Bildungsdirektion führen könnte. Kritisch betrachtet könnte Himmers Entscheidung, seine Position vorzeitig aufzugeben, um sich politisch zu engagieren, als strategischer Zug der SPÖ gesehen werden. Dieser Schritt könnte als Zeichen dafür gewertet werden, dass parteipolitische Interessen über das Wohl des Bildungssystems gestellt werden. Die Ungewissheit über die Nachfolge verstärkt die Bedenken, dass die Bildungsdirektion nun eine Phase der Unsicherheit und Übergangsschwierigkeiten durchlaufen könnte.

  • Schutzkonzepte für Lehrerinnen und Lehrer

    Schutzkonzepte für Lehrerinnen und Lehrer

    Angesichts der zunehmenden Herausforderungen und Gefahren an Schulen fordert die Wiener Lehrergewerkschaft die Einführung eines umfassenden Schutzkonzepts für Lehrerinnen und Lehrer. Die Gewerkschaft betont die Notwendigkeit, sowohl die physische Sicherheit als auch die psychische Gesundheit des Lehrpersonals stärker in den Fokus zu rücken.

    Thomas Krebs, Sprecher der Pflichtschullehrergewerkschaft und Fraktionsführer der FCG – Fraktion Christlicher Gewerkschafter, erklärte: „Die Sicherheit unserer Lehrkräfte ist unerlässlich für einen geordneten Schulbetrieb. Wir fordern die Wiener Stadtregierung auf, ein umfassendes Schutzkonzept zu entwickeln und umzusetzen, das präventive Maßnahmen und schnelle Interventionen im Ernstfall beinhaltet.“

    Die Forderung nach einem Schutzkonzept ist eine Reaktion auf die wachsende Zahl von Gewaltvorfällen und Bedrohungssituationen an Wiener Schulen. Viele Lehrkräfte berichten von Übergriffen und einer allgemeinen Atmosphäre der Unsicherheit. Krebs betonte, dass die Lehrkräfte oft nicht ausreichend geschützt seien und daher professionelle Unterstützung benötigten. „Es kann nicht sein, dass Lehrkräfte täglich Angst haben müssen, dass etwas passieren könnte“, sagte er. „Wir brauchen dringend Maßnahmen, um diese Probleme in den Griff zu bekommen.“

    Das geforderte Schutzkonzept soll mehrere Elemente umfassen:

    1. Sicherheitspersonal an Schulen: Die Präsenz von Sicherheitspersonal soll für einen sicheren Schulalltag sorgen und präventiv gegen Gewalt wirken.
    2. Schulung und Fortbildung: Lehrkräfte sollen in Deeskalationstechniken und im Umgang mit Bedrohungssituationen geschult werden.
    3. Psychologische Betreuung: Ein umfassendes Angebot an psychologischer Unterstützung soll Lehrkräfte entlasten und ihre psychische Gesundheit fördern.
    4. Technische Sicherheitsvorkehrungen: Installation von Sicherheitssystemen wie Überwachungskameras und Alarmanlagen, um die Sicherheit in den Schulen zu erhöhen.

    Die Gewerkschaft betont, dass es nicht nur um die Sicherheit der Lehrkräfte, sondern auch um die der Schülerinnen und Schüler geht. „Ein sicheres Schulumfeld ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen und Lehren“, so Krebs.

    Die Forderung der Lehrergewerkschaft wird von vielen Lehrkräften und Eltern unterstützt. Sie sehen in einem umfassenden Schutzkonzept eine notwendige Maßnahme, um die Bildungsqualität und das Wohlbefinden an den Schulen zu sichern. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die vor einer möglichen Stigmatisierung der Schulen als unsichere Orte warnen und betonen, dass die Prävention von Gewalt auch durch pädagogische Maßnahmen und soziale Projekte unterstützt werden sollte.

    Stadtrat Karl Mahrer, Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, äußerte sich positiv zu den Forderungen der Gewerkschaft: „Wir müssen alles daran setzen, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer in einem sicheren Umfeld arbeiten können. Ein Schutzkonzept ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

    Die Wiener Lehrergewerkschaft drängt nun darauf, dass die Stadtregierung schnell handelt und die vorgeschlagenen Maßnahmen zügig umsetzt. „Unsere Lehrkräfte leisten täglich Großartiges unter oft schwierigen Bedingungen. Sie verdienen es, in einem sicheren und unterstützenden Umfeld zu arbeiten“, so Krebs abschließend.

  • Bezugsvorschuss für Wiener Landeslehrer eingeführt

    Ein bedeutender Schritt zur Unterstützung der Wiener Landeslehrerinnen und -lehrer ist gelungen: Der Bezugsvorschuss wurde erfolgreich eingeführt. Diese neue Maßnahme bietet den Lehrkräften ein zinsloses Darlehen, das insbesondere für die Wohnraumbeschaffung oder -sanierung genutzt werden kann. Der Zentralausschuss der Wiener Landeslehrerinnen und -lehrer, unter der Führung von Thomas Krebs, Fraktionsführer der FCG – Fraktion Christlicher Gewerkschafter, hat diesen Erfolg nach intensiven Verhandlungen erreicht.

    „Wir gratulieren Thomas Krebs sowie allen Wiener Lehrerinnen und Lehrern zu diesem herausragenden Verhandlungserfolg. Eine Berufsgruppe, die aufgrund der aktuellen Situation massiv gefordert ist, gehört endlich entlastet“, sagte Stadtrat Karl Mahrer, Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, erfreut.

    Die Einführung des Bezugsvorschusses war eine zentrale Forderung sowohl der FCG als auch der Wiener Volkspartei. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, den Beruf des Wiener Pflichtschullehrers attraktiver zu gestalten und den Lehrkräften eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung zu bieten. Nationalrätin und FCG-Bundesvorsitzende Romana Deckenbacher lobte die Entscheidung: „Es ist schön zu sehen, dass die Wiener Stadtregierung endlich einlenkt und Maßnahmen für die Lehrerinnen und Lehrer in dieser Stadt setzt. Das ist ein außerordentlicher Erfolg für Wien – Wir müssen die Wertschätzung gegenüber dieser wichtigen Berufsgruppe weiterhin umsetzen.“

    Bereits in der Vergangenheit hatte die Wiener Volkspartei ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt, das zehn Vorschläge zur Unterstützung der Wiener Lehrkräfte enthielt. Neben dem Bezugsvorschuss und dem kürzlich erfolgreich eingeführten Jobticket beinhalteten diese Vorschläge auch eine verbesserte Gesundheitsversicherung und administrative Unterstützung.

    Trotz der jüngsten Erfolge bleibt die Wiener Volkspartei bei ihrer Forderung, den gesamten Maßnahmenkatalog zügig umzusetzen. „Es ist zwar schön, dass unsere vor Monaten gestellten Forderungen jetzt Schritt für Schritt übernommen werden, aber um die Wiener Lehrkräfte nachhaltig zu entlasten, braucht es eine rasche Umsetzung unseres Maßnahmenkatalogs“, betonten Stadtrat Karl Mahrer und Romana Deckenbacher abschließend.

    Der Bezugsvorschuss stellt somit einen wichtigen Schritt dar, um die Arbeitsbedingungen der Wiener Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern und ihnen in herausfordernden Zeiten zusätzliche Unterstützung zu bieten.

  • „Messer für manche Schüler Standardausrüstung!“

    „Messer für manche Schüler Standardausrüstung!“

    Der Wiener Pflichtschullehrergewerkschafter Thomas Krebs äußerte sich im krone.tv-Talk deutlich zur Lage an den heimischen Schulen: „Wir müssen Tabus beiseitelegen, offen über die Probleme sprechen und sofortige, brauchbare Lösungsansätze finden.“ Eine vorgeschlagene Maßnahme: Der Familienzuzug nach Wien müsse gestoppt werden, da es bereits genug Schwierigkeiten gebe. Beispielsweise werde in vielen Schulen kaum noch Deutsch gesprochen. Zudem sei das Tragen eines Messers für manche Schüler „Standardausrüstung“.

    In den letzten Monaten sind Hunderte Kinder im Rahmen des Familienzuzugs in Wiener Schulen gekommen. „Wir können die Situation nicht mehr bewältigen. Wir müssen zuerst die bestehenden Probleme in den Griff bekommen,“ erklärte Krebs im krone.tv-Interview. Eines der Hauptprobleme, das schon länger besteht: „Lehrer und Lehrerinnen werden von Schülern nicht mehr verstanden.“ Deutsch sei nicht mehr die Verkehrssprache, was die Probleme erheblich vervielfältige.

    „Kinder leben in einem Sprachwirrwarr“ In der Praxis zeigt sich oft, dass Kinder aus dem Kindergarten kommen und kein Wort Deutsch sprechen, erklärte Krebs. „Deutsch als Verkehrssprache kommt teilweise nicht mehr an, weil die nicht deutschsprachige Community so groß ist, dass die Sprache unter den Kindern einfach nicht verbreitet wird.“ Die Elementarpädagogik könne daran wenig ändern, und das Sprachdefizit werde dann über Jahre mitgeschleppt. „Diese Kinder leben in einem Sprachwirrwarr und in einer Gemeinschaft, in der es andere Regeln gibt, die oft nichts mit der österreichischen Realität zu tun haben. Das ist höchst gefährlich.“

  • Keine Öffis für Wiener LehrerInnen

    Keine Öffis für Wiener LehrerInnen


    Trotz des Beschlusses der Wiener SPÖ während ihrer „Wiener Konferenz“ am 18. November 2023, der eine „kostenfreie Wiener Linien-Jahreskarte“ für Pflichtschullehrerinnen und -lehrer in Wien forderte, hat Bürgermeister Michael Ludwig Ende Februar 2024 nur ein kostenloses „Job-Ticket“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener Magistrats angekündigt.

    Der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, Gemeinderat Harald Zierfuß, äußerte sein Erstaunen darüber, dass die Pflichtschullehrerinnen und -lehrer in Wien von der kostenfreien Wiener Linien-Jahreskarte ausgeschlossen werden. Er betonte die Dringlichkeit entsprechender Maßnahmen angesichts des starken Lehrermangels und der Abwanderung von Lehrkräften aus Wien.

    Während andere Bundesländer wie Salzburg und Vorarlberg klare Signale setzen und die Kosten für das Klimaticket für Landeslehrerinnen und -lehrer teilweise oder vollständig übernehmen, unterlässt es die Wiener Stadtregierung erneut, Maßnahmen für die Lehrkräfte in der Stadt zu ergreifen.

    Zusätzlich ignoriert sie sogar Anträge ihrer eigenen Regierungsfraktion. In der heutigen Gemeinderatssitzung wird daher ein entsprechender Beschlussantrag eingebracht, um Lehrerinnen und Lehrer an Wiens Pflichtschulen in den Kreis der Empfänger der kostenfreien Wiener Linien-Jahreskarte aufzunehmen und somit eine aktive Wertschätzungsmaßnahme für die Lehrkräfte in der Stadt zu setzen, schloss der Personalsprecher der Wiener Volkspartei, Gemeinderat Hannes Taborsky.